Logo Landgericht Osnabrück klar

Jahresbericht 2015

Rückblick - Einblick - Ausblick


OSNABRÜCK. Im Rahmen der heutigen Jahrespressekonferenz haben der Präsident des Landgerichts Antonius Fahnemann und die Vizepräsidentin Annegret Quere-Degener die Entwicklung des Landgerichts Osnabrück im Jahr 2015 vorgestellt und zugleich einen Ausblick gegeben, was die hiesige Justiz in den kommenden Jahren beschäftigen wird.

Das Geschäftsjahr 2015 war von erheblichen Zuwächsen bei den Eingängen in den erstinstanzlichen Strafverfahren geprägt. So lagen die bereinigten Eingänge in Schwurgerichtssachen um 21 % höher als die Eingänge des Vorjahres. In den übrigen „großen" Strafsachen ergab sich eine Steigerung um 17 % im Vergleich zum Vorjahr. Dabei sind insbesondere die Zahlen in den erstinstanzlichen Erwachsenenstrafsachen bemerkenswert, da bei ihnen eine Steigerung um 29 % zu verzeichnen war. Hinzu kommt, dass die Verfahren hinter diesen Zahlen zunehmend umfangreicher, vielschichtiger und komplizierter werden. Nicht zuletzt wegen der Spezialisierungen bei den Staatsanwaltschaften, insbesondere der Bildung von landesweit zuständigen Schwerpunkt-Staatsanwaltschaften, kommt es immer häufiger zu Verfahren mit einer größeren Zahl von überregional agierenden Tätern, in denen nicht selten eine Vielzahl von Fällen (mit deutschlandweiten Tatorten und Opfern) zu einer Anklage verbunden werden.

Umso erstaunlicher ist, dass es dem Landgericht Osnabrück in 2015 erneut gelungen ist, die Strafverfahren schneller als im Durchschnitt des Landes Niedersachsen zu bearbeiten. So wurden erstinstanzliche Strafsachen beim Landgericht im letzten Jahr bereits nach 5,7 Monaten und damit 2,2 Monate schneller als im Landesdurchschnitt (7,9 Monate) erledigt.

Besorgt zeigte sich Herr Fahnemann über den Anstieg der Gesamtbelastung am Landgericht Osnabrück, die im Jahre 2015 auf eine durchschnittliche Belastung je Richterdezernat von 125 % angestiegen ist. Zur Bewältigung der drängendsten Probleme unserer Zeit bedürfe es eines starken und präsenten Staates. Vor diesem Hintergrund sei es richtig, eine Verstärkung von Polizei und Staatsanwaltschaften zu fordern. Dabei dürfe aber nicht vergessen werden, dass am Ende eines jeden Eingreifens der Exekutive die Beurteilung durch die Judikative stehe. Das hohe Gut der Rechtsstaatlichkeit könne daher nur gewährleistet werden, wenn auch die Gerichte angemessen verstärkt würden.

Weitere Informationen zu der Geschäftstätigkeit des Landgerichts Osnabrück können Sie dem anliegenden Jahresbericht entnehmen. Die zusammengestellten Daten, Zahlen und Fakten spiegeln die sehr gute Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landgerichts wider. Für Rückfragen stehen wir Ihnen sehr gerne zur Verfügung.



Jahresbericht 2015


"leer  

Jahresbericht 2015

zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln