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Geschichte des Landgerichts Osnabrück

Landgericht Osnabrück (altes Foto)  
In der Mitte des 19. Jahrhunderts kam es im Königreich Hannover, zu dem Osnabrück damals gehörte, zu umfassenden Änderungen der Verfassung und der Gerichtsorganisation. Die am 05.09.1848 erlassene Verfassung bestimmte, dass die Gerichtsverfassung nach den Grundsätzen der Trennung der Rechtspflege von der Verwaltung, der Mündlichkeit und der Öffentlichkeit der Zivil- und Strafprozesse geregelt werden sollte. Im Zuge der Umsetzung kam es zur Ausarbeitung freier Gesetze, nämlich eines Gerichtsverfassungsgesetzes, einer bürgerlichen Prozeßordnung und der allgemeinen Strafprozeßordnung. An diesen Gesetzen arbeitet u.a. auch der 1812 bei Osterkappeln geborene Ludwig Windhorst mit, damals Justizminister in Hannover, später Führer der Zentrumspartei und Gegner Bismarks im Reichskulturkampf.

Die alten Ämter, bei denen noch Justiz und Verwaltung gemeinsam bearbeitet worden waren, wurden im Zuge der Reformen aufgehoben. Die Rechtspflege lag in der unteren Instanz in den Händen der Amtsgerichte. Räumlich deckten sich die neuen Ämter und die Amtsgerichtsbezirke, so jedoch dass letztere sich durch selbständige Städte vergrößerten. Einschließlich der vier standesrechtlichen Amtsgerichte des Herzogtums Ahrenberg-Meppen in Aschendorf, Haselünne, Hümmling und Meppen, und des vom König und dem Herzog von Ahrenberg gemeinschaftlich zu besetzenden Amtsgerichts Papenburg gab es im ganzen 168 Amtsgerichte, deren Zahl im Jahre 1859 auf 140 herabgesetzt wurde. Für das ehemalige Fürstentum Osnabrück wurden die Amtsgerichte in Bersenbrück, Fürstenau, Iburg, Malgarten, Melle, Osnabrück, Quakenbrück und Wittlage eingerichtet.

Als mittlere Gerichte wurden Obergerichte neu gebildet. Die ehemaligen Justizkanzleien wurden aufgehoben, also auch die Justizkanzlei in Osnabrück. Eingesetzt wurden durch die Verordnung vom 07.08.1852 insgesamt 12 große Obergerichte, u. a. in Osnabrück. Das Obergericht in Osnabrück wurde am 1. Oktober 1852 eröffnet und kann vor diesem Hintergrund als Geburtsstunde des heutigen Landgerichts bezeichnet werden.

Im Jahre 1875 wurde dann das "königlich-preußische und herzoglich Ahrenbergsche Obergericht in Meppen" aufgehoben und sein Sprengel dem Obergericht in Osnabrück zugeschlagen. Der Bezirk des Landgerichts hatte damit in räumlicher Hinsicht den heutigen Umfang mit Ausnahme des Bezirks des Amtsgerichts Diepholz, welches erst in den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts im Zusammenhang mit der Bildung des Oberlandesgerichts Oldenburg dem Landgericht Verden bzw. Oberlandesgericht Celle zugeschlagen wurde.

Am 27. August 1878 bezogen das Land- und das Amtsgericht dann ein neues Gebäude am Neumarkt, welches in den vier Jahren zuvor erbaut wurde und auch heute noch wesentliche Teile des Landgerichts beherbergt. Die Wahl des Ortes macht verschiedene historische Bezüge deutlich. Das Landgericht befindet sich an der damaligen Schnittstelle zwischen der Alt- und Neustadt, die beide mit kommunalpolitischen Organen ausgestattet waren und über entsprechende Zuständigkeiten verfügten, so dass das Landgericht im übertragenen Sinne eine Balance zwischen den beiden Stadträten bilden sollte.

Ganz zu Anfang hatte hier ein Augustiner-Kloster gestanden, das in der Reformationszeit aufgehoben worden war. Die Klosteranlagen waren dann in den Jahren 1628 bis 1632 dem Bau einer Jesuitenakademie gewichen, die allerdings schon 1633 von den Schweden wieder geschlossen wurde. Das Kollegienhaus dieser Akademie (daher die Straßenbezeichnung für den heutigen "Kollegienwall") wurde abgerissen, als in den Jahren 1755 bis 1757 an dieser Stelle ein Zuchthaus für das Fürstbistum Osnabrück gebaut wurde. Dieses wurde im 7-jährigen-Krieg auch als Lazarett und Magazin benutzt.

Im Zuge des Inkrafttretens der sog. großen Reichsjustizgesetze am 01. Oktober 1897 (Gerichtsverfassungsgesetz, Zivilprozessordnung und Strafprozessordnung) kam es im gesamten Gebiet des Deutschen Reiches zur Gründung von Landgerichtsbezirken, die an die Stelle der bisherigen Obergerichte traten. Folglich wurde aus dem Obergericht Osnabrück das Landgericht Osnabrück.

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