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Prozessauftakt im Verfahren wegen Todes eines Säuglings

Prozessauftakt im Verfahren wegen Todes eines Säuglings


Pressemitteilung 23/18

01.11.2018


OSNABRÜCK. In einem ab nächster Woche Mittwoch geführten Verfahren muss sich ein jetzt 25-jähriger Angeklagter vor dem Schwurgericht des Landgerichts Osnabrück verantworten. Ihm wird vorgeworfen, seinen vier Tage alten Sohn durch Schläge gegen den Kopf getötet zu haben.


Das Schwurgericht des Landgerichts Osnabrück verhandelt ab Mittwoch, dem 07.11.2018, 9:00 Uhr, Saal 272, in einem Verfahren wegen des Verdachts des Totschlags (Aktenzeichen 6 Ks 10/18). Fortsetzungstermine sind anberaumt für den 14. November, 13:00 Uhr, 27. November, 10. Dezember, 19. Dezember 2018, 9. Januar, 11. Januar, 17. Januar 2019, jeweils 9:00 Uhr, Saal 272.


Am 15. Mai 2018 soll sich der Angeklagte mit seiner Lebensgefährtin und dem am 11.05.2018 geborenen Sohn in der gemeinsamen Wohnung in Osnabrück befunden haben. Mutter und Kind sollen zuvor am selben Tag aus dem Krankenhaus entlassen worden sein. Während die Mutter im Schlafzimmer gewesen sei, soll der Angeklagte den Säugling im Badezimmer gewaschen haben. Als dieser dabei nicht stillgehalten habe, soll der Angeklagte ihm mehrfach mit der Hand und äußerster Kraft beidseitig gegen den Kopf geschlagen haben. Dabei soll er billigend in Kauf genommen haben, dass sein Sohn infolge der Verletzungen versterben könnte.


Danach soll er ihn in ein Handtuch gewickelt und sich mit seinem Kind auf das Sofa gelegt haben, wobei der Säugling bereits zunehmend leblos gewesen sein soll. Die hinzukommende Mutter soll davon ausgegangen sein, dass das Baby schlafe. Eine bläuliche Stelle am Kopf des Kindes soll der Angeklagte dadurch erklärt haben, dass einer der in der Wohnung lebenden Hunde das Kind am Kopf getroffen habe.


Nachdem die Mutter kurzzeitig des Haus verlassen habe, soll der Säugling kaum noch geatmet haben, auch soll sich Blut in der Mundhöhle befunden haben. Als der Angeklagte daraufhin das Blut mit seinem Finger habe entfernen wollen, soll er seinem Sohn damit eine weitere stark blutende Wunde zugefügt haben. Nachdem der Angeklagte dies bemerkt habe, soll er den Säugling geschüttelt haben, um ihn wieder zu Bewusstsein zu bringen. Nach Rückkehr der Mutter soll das Kind nicht mehr bei Bewusstsein gewesen sein und kaum noch Lebenszeichen von sich gegeben haben. Nach Verständigung des Notarztes soll der Junge in das Christliche Kinderhospital in Osnabrück verbracht worden sein, wo er schließlich am 22.05.2018 infolge der erlittenen Verletzungen verstorben sein soll.


Am ersten Verhandlungstag soll zunächst die Anklageschrift verlesen werden. Sodann wird der Angeklagte Gelegenheit haben, sich zu den Vorwürfen zu äußern.







Dr. Höcherl, Richterin am Landgericht
- Pressestelle -
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