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Prozessauftakt im Verfahren wegen Einschleusens mit Todesfolge



Pressemitteilung 13/18


16.05.2018



OSNABRÜCK. Gesunkene Flüchtlingsboote im Mittelmeer beherrschen immer wieder die Schlagzeilen. In einem ab nächster Woche Mittwoch geführten Verfahren muss sich ein jetzt 28-jähriger Angeklagter wegen des Verdachts des Einschleusens mit Todesfolge vor dem Schwurgericht des Landgerichts Osnabrück verantworten.

Das Schwurgericht des Landgerichts Osnabrück verhandelt ab Mittwoch, dem 23.05.2018, 14:30 Uhr, Saal 272, in einem Verfahren wegen des Verdachts des Einschleusens mit Todesfolge gegen einen afghanischen Angeklagten (Aktenzeichen 6 Ks 4/18). Fortsetzungstermine sind anberaumt für den 12. Juni, 9:00 Uhr, 18. Juni, 28. Juni, jeweils 13:00 Uhr, 29. Juni, 23. Juli, 26. Juli und 31. Juli, jeweils 9:00 Uhr, Saal 272.

Der Angeklagte soll sich im Auftrag eines unbekannten Täters bereit erklärt haben, zwei Schwestern und ihre vier Kinder im Alter von ein bis sieben Jahren von Bodrum (Türkei) nach Griechenland zu schleusen. Dabei soll ein Preis von 2.700,- € pro Person vereinbart worden sein. Zu diesem Zweck soll er sie am 21.01.2016 zu einem in der Nähe von Bodrum gelegenem Schleusungsboot gebracht haben, auf dem sich bis zu 85 weitere Schleusungswillige befunden haben sollen. Mit dem Boot sollen sie bei widrigen Witterungsbedingungen gemeinsam in das griechische Hoheitsgebiet um die Insel Kalolimnos in der Ägäis gefahren sein. Dort soll das völlig überladene und erkennbar seeuntüchtige Boot in den frühen Morgenstunden des 22.01.2016 mit Wasser vollgelaufen und gesunken sein.

Durch die griechische Küstenwache sollen in der anschließenden Rettungsaktion lediglich 24 Personen, zu denen auch der Angeklagte gehört habe, lebend aus dem Wasser geholt worden sein. Die beiden Schwestern und deren vier Kinder sowie eine Vielzahl weiterer Personen sollen im Mittelmeer ertrunken sein.

Am ersten Verhandlungstag soll zunächst die Anklageschrift verlesen werden. Sodann wird der von Rechtsanwalt Thorsten Diekmeyer aus Osnabrück vertretene Angeklagte Gelegenheit haben, sich zu den Vorwürfen zu äußern.



Dr. Katrin Höcherl
- Pressestelle-
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